Bei einer Venenschwäche ist die Ausschaltung der Stammvene heute Standard. Das klassische Venenstripping mit einer radikalen Ausschaltung des Venensterns in der Leiste und Herausziehen der Vene mittels eines Kunststoffkabels wird von vielen Ärzten bis heute favorisiert und ist noch immer Standard auf vielen chirurgischen Kliniken....
Da die neuen minimal invasiven Techniken mit Laser (EVLT-Laserstripping) und VNUS Closure fast (Radio-Stripping) mehr Vorteile bringen und die Heilungszeit deutlich kürzer ist, habe diese Methode im Jahr 2001 verlassen.
Aus Gründen der Vollständigkeit und der Information wegen sei hier das chirurgische Stripping trotzdem noch erklärt.
Zeigt sich bei der Voruntersuchung eine Klappenschwäche der epifaszialen Beinvenen, ist eine chirurgische Entfernung angezeigt. Das gängigste Operationsverfahren ist das sogenannte Venenstripping, auch Venenexhairese oder Babcock-Operation genannt. Dabei wird durch einen ca 3-5 cm grossen Einschnitt in der Leiste die Vene präpariert und ein Kunststoffkabel ("Stripper") in die große Hautvene des Beines eingeführt und -wenn möglich- bis zum Sprunggelenk in der Nähe des Knöchels vorgeschoben. Dort wird die Vene neuerlich über einen Schnitt präpariert, abgeschnitten und dann mittels dem Kunststoffstripper von der Leiste bis hinunter herausgezogen.
Oberflächlich geschlängelte Venenanteile -sogenannte Seitenastvarizen- werden mit einem kleinen Häkchen über kleine Stiche herausgezogen ("Ministripping"). Die Einstichstellen werden nicht vernäht sondern verklebt.
Ob die Operation an beiden Beinen gleichzeitig durchgeführt werden kann und ob ein Spitalsaufenthalt sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Alter und vom Allgemeinzustand des Patienten ab.
Wahl der Betäubung
Die Operation kann in Vollnarkose, Spinalanästhesie oder in Lokalanästhesie durchgeführt werden. Welche Art der Betäubung gewählt wird, hängt unter anderem vom Alter und vom Allgemeinzustand des Patienten ab. Bei der lokalen Betäubung mittels Spinalanästhesie wird in den Raum zwischen Rückenmark und den dieses umgebenden Häuten ein Betäubungsmittel in Höhe der Lendenwirbelsäule gespritzt. Dadurch kommt es zu einer vorübergehenden Nervenblockade und Lähmung vom Einstich abwärts, der Schmerz wird ausgeschaltet. Die Spinalanästhesie belastet den Organismus weniger und wird daher eher bei älteren Patienten oder bei Patienten in schlechterem Allgemeinzustand angewendet. Eine gut durchgeführte Schmerzbehandlung während und nach der Operation verringert die Beschwerden beträchtlich.
Nach der Operation
Noch im Operationssaal erhält der Patient einen Kompressionsverband. Der erste Verbandswechsel wird üblicherweise nach 2 Tagen vorgenommen. Schon am 1.Tag nach der Operation sollte der Patient häufig aufstehen und viel gehen. Um mögliche Nachblutungen sowie die Bildung von Blutgerinnseln und Flüssigkeitsansammlungen nach einer Operation zu verhindern, sollten die Beine so lange bandagiert bzw. Kompressionsstrümpfe getragen werden, bis dort, wo die Krampfader war, jede harte Stelle verschwunden ist. Diese individuell angepaßten Kompressionsstrümpfe braucht man durchschnittlich, je nach Ausmaß der Operation, 3-5 Wochen. Längere heiße Bäder – weil sie zu starker Venenerweiterung führen – und direkte Sonneneinwirkung – wegen ungünstiger Narbenbeeinflussung – sollten in den ersten 6 Monaten nach der Operation vermieden werden. Generell gilt für Varizenpatienten: Sitzen und stehen ist schlecht, lieber laufen und liegen.
Risiken und Komplikationen
Als Komplikationen können, wie bei allen Operationen, Nachblutungen und Infektionen, wenn auch sehr selten, auftreten. Flüssigkeitsansammlungen im operierten Bein werden durch den nach der Operation angelegten Kompressionsverband meist vermieden. Auch die Bildung von Blutgerinnseln in den Gefäßen (medizinisch: Thromboembolische Komplikationen) treten mit der vorbeugenden Gabe von Medikamenten, welche die Blutgerinnung hemmen, sehr selten auf. Diese Medikamenten werden in Form von Injektionen unter die Haut – so genannte "Bauchspritzen" – verabreicht.
Erfolgsrate
Operativ entfernte Krampfadern können sich nicht wieder neu bilden. Die Statistik zeigt aber, dass sich in ca. 25 Prozent der Fälle innerhalb von fünf Jahren neue Krampfadern an anderen Stellen bilden, da man den Hang zu Krampfadern nicht wegoperieren kann.
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